Kalakuta Republik

Zu den – auf die Dauer recht monotonen – Afrobeats von Fela Kuti erzählt „Kalakuta Republik“, das Eröffnungsstück des „Tanz im August 2017“-Festivals, vom Scheitern politischen Widerstands.

Während die Militärdiktatur in Nigeria herrschte, erklärte der ebenso umstrittene wie stilprägende Musiker Kuti sein Anwesen inklusive Tonstudio und Krankenstation 1970 zur freien „Kalakuta Republik“. Serge Aimé Coulibaly und seine Mitstreiter feiern diese Selbstermächtigung mit den üblichen Siegerposen: sie recken die geballten Fäuste und prahlen mit ihren Sixpacks.

Nach der Pause kippt die Stimmung: aus der Kommune, die zuvor oft als geschlossene Formation auftrat, wird ein Häuflein taumelnder Individualisten. Der Schlüsselbegriff „Decadence“ wird groß eingeblendet. Eine Sängerin bekommt von ihrem Mitspieler rücksichtslos den Rauch ins Gesicht geblasen, bis ihre Versuche in Hustenanfällen untergehen.

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Das Gelände der „Kalakuta Republik“ wurde 1977 vom Militär gestürmt. Auch hier liegt nach knapp 90 Minuten auf der Bühne alles in Trümmern: umgeworfene Stühle, leblose Körper.

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Der Abend ist energiegeladen, aber nicht selbsterklärend. Die tänzerischen Bewegungen wirken zu austauschbar. Wer die Hintergründe der Geschichte, auf die Coulibaly anspielt, nicht kennt, hat Schwierigkeiten, einen tieferen Sinn des hektischen Bühnentreibens zu erkennen.

Coulibalys Performance tourt derzeit über die Festivals. Nach der Deutschland-Premiere bei Africologne war sie in Avignon zu sehen, nach der Station im Berliner HAU wird sie auf Kampnagel gastieren.

Bilder: Doune Photo

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