In den Gängen

Mit viel Sinn für Rhythmus und Musikalität komponierte der Regisseur Thomas Stuber, um den es nach seinem tollen „Teenage Angst“-Debüt (2008 in der Perspektive Deutsches Kino der Berlinale) stiller geworden war, ein Kammerspiel zwischen den Regalen eines Großmarkts in der ostdeutschen Provinz.

Franz Rogowski als wortkarger, linkischer Christian (ein Figurentypus, auf den er seit „Love Steaks“ abonniert ist), Peter Kurth als sein Vorarbeiter Bruno und vor allem Sandra Hüller als Marion aus der Süßwarenabteilung bieten ein sehenswertes Porträt von drei Menschen, die sich abtasten, meist nur sehr lakonisch miteinander reden und nach ein bisschen Glück in ihrem Alltag suchen. Bis auf das etwas zu dick aufgetragene Ende war „In den Gängen“ vor allem wegen der präzisen Dialoge und des starken Hauptdarsteller-Trios eines der Highlights im Berlinale-Wettbewerb 2018, ging aber bei der Preisverleihung leer aus.

Zurecht schwärmten die Kritiken auf der Berlinale von diesem „Gabelstablerwalzer“ (Tagesspiegel) und betonten, dass dieser „feinfühlige Ensemblefilm mit Zwischentönen“ genau das sei, was das deutsche Kino braucht (Kino-Zeit). Hauptdarsteller Franz Rogowski konnte bei der Gala des Deutschen Filmpreises die Dominanz des Romy Schneider-Biopics „Drei Tage in Quiberon“ wenigstens etwas aufbrechen und bekam einen Monat vor dem Kinostart eine Lola als bester Hauptdarsteller.

Bilder: Zorro Film

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