Hagazussa – Der Hexenfluch

Zum Kritikerliebling avancierte Lukas Feigelfeld, ein in Berlin lebender Österreicher, mit seinem düsteren „Hagazussa – Der Hexenfluch“, der das Max Ophüls-Festival im Winter aufmischte. Vom Mainstream-Kino-Geschmack könnte man kaum weiter entfernt sein. Dementsprechend gibt es auch nur wenige Chancen in ausgewählten Programmkinos, den Film außerhalb von Festivals auf der Leinwand zu erleben.

Das Langfilm-Debüt, das als Diplom-Arbeit an der dffb entstand, steht quer zum üblichen deutschen Kinoschaffen: in assoziativer, nur andeutender Erzählweise, aber mit drastischen, die Zuschauer an die Ekelgrenze führenden Bildern schildert „Hagazussa“ das Leben von Alrun. Abgeschottet lebt sie mit ihrer Mutter in einer Berghütte in den Alpen. Der Hexenwahn des Spätmittelalters macht den beiden das Leben zur Hölle.

In vier Sequenzen, die mit „Schatten“, „Horn“, „Blut“ und „Feuer“ überschrieben sind, wird der allmähliche Verfall der Hauptfigur beschrieben. Wenige Glücksmomente stehen regelmäßigem Spießrutenlaufen gegenüber. Die Schlange Sepp, die sich durch mehrere Szenen züngelt, gehört noch zu den harmloseren Zumutungen dieses Filmes, der seinem Publikum mit schwarzen Pestbeulen, Ratten und ostentativ zur Schau gestellter Übelkeit sehr viel abverlangt.

Joachim Kurz bezeichnete den Trip ins Spätmittelalter auf kino-zeit.de deshalb treffend als „Frontalangriff: auf die Sinne, die Erwartungen des Zuschauers und nicht zuletzt auf unsere Empathie und unser Gerechtigkeitsempfinden“.

Bilder: Forgotten Film Entertainment

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