Don´t worry, weglaufen geht nicht

Auch Joaquin Phoenix kann mit einer seiner Extrem-Performances das tragikomische Biopic „Don´t worry, weglaufen geht nicht“ über den querschnittsgelähmten Alkoholiker und Karikaturisten John Callahan nicht retten. Der Hollywoodstar wirft sich zwar berserkerhaft wie eh und je in diese Rolle, aber der neue Film von Gus van Sant kann nicht überzeugen.

Mit eklatanten dramaturgischen Schwächen schleppt sich der Film fast zwei Stunden, die sich noch deutlich länger anfühlen, dahin. Es hat zwar anfangs durchaus seinen Reiz, dass die Gruppe Anonymer Alkoholiker, die Donnie (Jonah Hill) in seiner Villa um sich schart, mit Stars und Charakterköpfen wie Udo Kier und Beth Ditto in kleinen Nebenrollen gespickt ist. Dieser Effekt verpufft aber recht schnell.

Der restliche Film ergeht sich in Rückblenden zu den Eskapaden von John und seinen Kumpels. Eine nächtliche Sauftour endete mit dem Unfall, der Callaghan fast das Leben gekostet hätte und ihn für den Rest seines Lebens bis zu seinem Tod 2010 in den Rollstuhl zwang. Ähnlich schwerfällig erzählt der Film den sehr vorsehbaren Läuterungsprozess des Protagonisten.

„Don´t worry, weglaufen geht nicht“ ist weit von den starken Gus van Sant-Filmen wie „Elephant“ (2003) oder „Milk“ (2008) entfernt. Schon nach der Uraufführung in Sundance und kurz danach im Berlinale-Wettbewerb, wo der Film leer ausging, waren die Kritiken verhalten.

Schon seit zwei Jahrzehnten wollte Gus van Sant die Autobiographie von John Callahan verfilmen, kein Geringerer als Robin Williams war als Hauptdarsteller vorgesehen. Callahan konnten es die beiden aber mit keiner ihrer Fassungen recht machen, so dass das Projekt lange auf Eis lag und erst knapp ein Jahrzehnt nach Callahans Tod umgesetzt werden konnte

Bilder: ©2018 Amazon Content Services LLC.

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