Nederlands Dans Theater 2

Das Nederlands Dans Theater ist ein gern gesehener, regelmäßiger Gast im Haus der Berliner Festspiele. Diesmal schickten sie nicht ihr Starensemble, sondern den Nachwuchs der 17 bis 22jährigen, die unter „Nederlands Dans Theater 2“ firmieren, zu fünf Gastspielen nach Berlin.

Ohne die Zugkraft der großen Namen blieben einige Plätze leer. Die Werkschau aus zwei kurzen und zwei mittellangen Choreographien hatte jedoch genug zu bieten, was den Besuch auch ohne die erste Tänzer*innen-Garnitur lohnenswert machte.

Zum Auftakt überraschte der rumänische Choreograph Edward Clug mit „Mutual Comfort“: minimalistischen, ruckartigen Bewegungen, die er seine Tänzer*innen zu Klavier- und Cello-Klängen tanzen ließ. Was so mühelos aussah, war perfekt einstudiert und sichtlich schweißtreibend.

Auch das zweite Appetithäppchen machte Lust auf mehr: „Sad Case“ ist alles andere als traurig, sondern eine hübsche Clowns-Nummer zu mexikanischen Mambo-Klängen. Das Paar Sol Léon & Paul Lightfoot, die seit 2002 Hauschoreograph*innen in Den Haag sind, entwarf Inszenierung und Kostüme bereits 1998, als die meisten Protagonist*innen des Nachwuchs-Ensembles noch gar nicht geboren waren.

Nach der Pause verlor sich „Wir sagen uns Dunkles“ von Marco Goecke zu sehr in Manierismen. Zu Schuberts „Nocturne“ tanzte sich das Ensemble durchs Zwielicht. Die glockenhelle Stimme von Placebo-Frontmann Brian Molko war ein interessanter Kontrast, mit dem die Choreographie noch intensiver hätte spielen können.

Den Abschluss der kleinen Werkschau bildete eine reifere, neue Arbeit des Duos Léon/Lightfoot: Mit „Subtle Dust“ kehrten sie zu Kantaten von Johann Sebastian Bach zurück, mit dem sie sich in ihrer Frühphase vor 2001 schon mehrfach befasst hatten: ein elegischer-eleganter Schlusspunkt nach dem fröhlich-verspielteren Auftakt.

Bild 1: © Joris-Jan Bos , Bild 2: © Rahi Rezvani

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