Ray & Liz

Ein typisch britisches Sozialdrama ist das Filmdebüt „Ray & Liz“ von Richard Billingham. Der prominente Fotokünstler erzählt darin völlig unsentimental, mit schnoddrigem Ton und bösem Witz von seiner Kindheit.
Die kettenrauchende, fluchende, aggressive Mutter Liz (eindrucksvoll: Ella Smith) gibt den Ton an. „Ray“ (Justin Sallinger) steht zwar im Filmtitel vorne, ist aber nur ein Anhängsel, das bei ihr unter dem Pantoffel steht. Dass das Jugendamt von Birmingham erst so spät in diese Prekariats-Hölle eingreift, ist erstaunlich.

In kleinen Impressionen erzählt dieser unspektakuläre Indie-Film aus dem Alltag einer abgehängten Familie: oft zum Schmunzeln, ebenso häufig zum Fremdschämen.

Bernhard Karl und sein Team haben „Ray & Liz“ beim Festival von Locarno entdeckt und gemeinsam mit Helene Hegemann als Filmpatin beim „Around the world in 14 films“-Festival in der Kulturbrauerei präsentiert. Ein Kinostart ist für Frühjahr 2019 geplant.

Bild: © Primitive Film

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