Das schönste Paar

Sven Taddickens Beziehungsdrama hat bereits eine beachtliche Festival-Karriere hinter sich: nach der Premiere in Toronto im September 2018 lief er u.a. in Hamburg, Hongkong und Köln. Im Wettbewerb des achtung berlin-Festivals ist „Das schönste Paar“ der Film mit dem prominentesten Cast.

Maximilian Brückner und Luise Heyer spielen das Lehrer-Paar Malte und Liv, die während eines Mallorca-Urlaubs in eine „Funny Games“-Situation geraten. Eine Gruppe deutscher Jugendlicher beobachtet sie beim Sex am Strand, folgt ihnen ins Ferienhaus, raubt sie aus und vergewaltigt Liv.

Zeitsprung, zurück in Köln, zwei Jahre später: Malte und Liv haben Therapien abgeschlossen und sich in ihrem Alltag wieder halbwegs eingerichtet. Bis Malte eines Abends zufällig den Haupttäter Sascha (Leonard Kunz) und seine Freundin Jenny (Jasna Fritzi Bauer) in einem Döner-Laden trifft.Der Film verhandelt im folgenden die unterschiedlichen Strategien, damit umzugehen: Während Malte dem Täter wie besessen nachforscht, in seine Wohnung eindringt und Rache-Selbstjustiz üben will, möchte Liv die vernarbten Wunden nicht wieder aufreißen. Malte soll ihr versprechen, nicht weiter nach Sascha zu forschen. Da er dieses Versprechen mehrmals bricht, läuft „Das schönste Paar“ auf eine unvermeidliche Eskalation hinaus.

Thesenhaft stellt Sven Taddicken die unterschiedlichen Bewältigungs-Strategien für das Überfall- und Vergewaltigungs-Trauma gegenüber. Sein Drama kann aber nur teilweise überzeugen: die Protagonist*innen agieren sprunghaft, in die reißbrettartige Anlage des Plots brechen immer wieder Spannungs-Momente ein, die schnell versanden.

Am 2. Mai 2019 startet „Das schönste Paar“ im Kino, einen Tag später ist Luise Heyer eine Anwärterin auf die „Lola“ für die beste Hauptdarstellerin.

Bilder: One Two Films

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