Der nackte Wahnsinn

Jacob Höhne, Intendant des Theaters RambaZamba, persifliert in seiner jüngsten Regiearbeit das Boulevardtheater mit seinem charakteristischen „Tür auf – Tür zu“-Klipp-Klapp-Mechanismus: In der ersten Szene des mit drei Stunden etwas lang geratenen Abends verstecken sich alle Spieler*innen hinter Türen, die sie aus den Angeln gehoben haben, und führen damit eine absurde Ballett-Choreographie auf.

Als endlich eine ordentliche Formation gefunden ist, nimmt Sebastian Urbanski als Regisseur des Stücks im Stück das Ruder in die Hand. Er steckt mit einer mäßig talentierten Truppe, die ihn schier zur Verzweiflung bringt, mitten in der Generalprobe für ein neues Stück. Da sich sogar die Theatertreffen-Jury angesagt hat, steht ihm der Schweiß auf der Stirn.

Aber es misslingt in dieser Generalprobe alles: schiefe Töne, verpasste Einsätze, nicht mal das Klebeband, mit dem Urbanski ein Schild auf seinem Klappstuhl befestigen möchte, will halten. So weit, so bekannt der Plot der Komödie „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn, die in den 1980er Jahren ein großer Hit war.

Die zweite Hälfte ist voller satirischer Seitenhiebe auf den Kunstbetrieb: die jähzornig-aufbrausende Intendantin (Franziska Kleinert), der selbstverliebt irgendwelche Anekdoten von sich gebende Gaststar (Matthias Mosbach), die tränenüberströmte Muse, die sich zurückgesetzt fühlt, Gags über Provinz- und Regietheater lockern den Abend auf.

Bilder: Andi Weiland


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