Kim hat einen Penis

Mit einer skurrilen Idee beginnt der neue Film von Philipp Eichholtz: Angeblich wurde in der Schweiz ein neues Verfahren entwickelt, bei dem man sich ganz ohne Hormontherapie und Geschlechtsumwandlung einen Penis oder eine Vagina transplantieren lassen kann. Es gibt sogar noch eine viermonatige Probezeit, innerhalb derer man das Experimentieren mit den Geschlechtsteilen einfach wieder rückgängig machen kann.

Kim ist ganz begeistert, als sie von dieser Möglichkeit erfährt und lässt sich noch am selben Nachmittag einen Penis transplantieren. Martina Schöne-Radunski, die in letzter Zeit mehrfach in Filmen von Philipp Eichholtz oder den Lass-Brüdern mitspielte, schrieb auch am Drehbuch mit und legt Kim als selbstbewusste junge Frau an, die ihren Partner Andreas (Christian Ehrich) komplett überfährt.

Da Andreas in diesem Film nur die Karikatur eines trotteligen Würstchens und Kim überhaupt nicht gewachsen ist, bekommt der Film schnell eine Schlagseite. Mit der übergriffigen, leicht hysterischen, von ihrem Partner betrogenen Anna (Stella Hilb), die kurzerhand bei Kim und Andreas einzieht, kippt der Film weiter in Richtung seichter Beziehungskomödie.

Der Eröffnungsfilm des „achtung berlin“-Festivals kommt trotz der vielversprechenden Grundidee nicht über die seit den 1990er breitausgewalzten Pfade einer Komödie über die Beziehungsprobleme neurotischer Großstädter hinaus. Die subversiv-queere Konzeption des Films verpufft ungenutzt, wie auch „Die Filmlöwin“ zurecht feststellte.

Bild: Fee Scherer

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