The Wild Goose Lake

Ein typischer Noir-Thriller ist der chinesische Film „The Wild Goose Lake“: verwaschene, düstere Farben; eine in rot gekleidete Femme Fatale; ein Gangster auf der Flucht, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt ist; während der knapp zwei Stunden regnet es fast ununterbrochen. Diao Yunan geizte nicht mit Klischees.

Die Polizei und rivalisierende Gangster-Banden sind hinter Zhou Zenong, geben reichlich Gelegenheit für Actionszenen und Verfolgungsjagden. Am liebsten gönnt sich Regisseur Yunan Abschweifungen. Sein Film „hält sich nicht groß damit auf, die Volten seines Plots und die stetig anwachsende Menge an Figuren genau zu sortieren. Stattdessen greift der Film mit gierigen Händen nach Motiven und Bildern, sammelt Eindrücke, spürt so ziemlich jedem Reiz nach, der ihm unterkommt. Der Film versucht gar nicht erst, diese einzelnen Versatzstücke nahtlos miteinander zu verbinden oder ihnen den Anschein eines organischen Zusammenhalts zu geben. Er betont stets das Fragmentarische, das Zusammengestellte – er funktioniert im Grunde wie ein Kuriositätenkabinett“, schrieb critic.de treffend.

An seinen Erfolg „Feuerwerk am hellichten Tage“, der ihm 2014 einen Goldenen Bären konnte Yunan diesmal nicht anknüpfen. Sein Film ging in Cannes leer aus. Als Deutschland-Premiere ist er diese Woche in der „Spotlight“-Reihe des Filmfests München zu erleben.

Bilder: Filmfest München 2019

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