Une fille facile

Das Psychogramm eines Instagram-It-Girls zeichnet die französische Regisseurin Rebecca Zlotowski in ihrem Film „Une fille facile/An easy girl“. Der Film spielt in Cannes und Umgebung, in den Villen und auf den Yachten der Reichen und Schönen. Passenderweise hatte er dort auch im Mai Premiere, allerdings nur in der Nebenreihe „Quinzaine de Realisateurs“.

Zlotowski erzählt von Sophia, die mit 22 Jahren bereits mehrere Schönheits-OPs hinter sich hat, um ihr Kapital, ihren Körper, zu optimieren. Sie nimmt sich ohne Scham, was ihr gefällt. Für diese Rolle hat die Regisseurin auf Instagram das Model Zahia Dehar entdeckt, die 2009 für Boulevard-Schlagzeilen sorgte, weil sie in einen Sex-Skandal mit den Fußballstars Franck Ribéry und Karim Benzema verstrickt war.

Für Naïma (Mina Farid) ist es ein Kulturschock, als Sophia plötzlich in den Sommerferien auftaucht. Bis dahin verbrachte sie ihre Freizeit vor allem damit, mit ihrem flamboyanten Freund Dodo für Castings zu üben und von einer Filmkarriere zu träumen.

Plötzlich findet sich Naïma in der High Society wieder. Staunend schwankt sie zwischen Bewunderung und Angewidertsein, wie selbstverständlich Sophia ihr Ding durchzieht und sich nicht weiter um herablassende oder irritierte Äußerungen kümmert.

„Une fille facile“ erzählt konsequent aus der Perspektive der 16jährigen, kommt aber nicht über eine Coming of Age-Fingerübung hinaus: etwas zu spannungsarm plätschert die Geschichte unter der Sonne der Côte d’Azur dahin.

Nach der Uraufführung in Cannes feierte „Une fille facile“ seine Deutschland-Premiere beim Filmfest München im Wettbewerb CineMasters.

Bilder: Filmfest München 2019

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