Rocketman

Eine schillernde, queere Gestalt schwebt durch einen engen Gang. Vermutlich hat eine Popdiva gerade einen Auftritt absolviert und zieht sich nun in den Backstage-Bereich zurück. Doch diese Vermutung trügt. Im Glitzer-Outfit mit Engelsflügeln bahnt sich Taron Egerton seinen Weg zu einem schmucklosen kleinen Raum, wo sich eine Drogen-Selbsthilfe-Gruppe trifft.

In Rückblenden erzählt „Rocketman“ von den Höhen und Tiefen im Leben des Reginald Dwight, der als unscheinbarer Junge irgendwo in der englischen Provinz aufwuchs und unter seinem Künstlernamen Elton John zu einem der exzentrischsten Popstars heranreifte.

Regisseur Dexter Fletcher und Drehbuchautor Lee Hall legen ihr Biopic als amüsantes Musical mit ironischen Zwischentönen an. In der ersten Hälfte geht dieses Konzept auch gut auf. Über die ganze Laufzeit von zwei Stunden trägt diese Idee jedoch nicht: nach einem vergnüglichen Auftakt verliert sich „Rocketman“ in zu vielen Redundanzen.

Empfehlenswert ist dieser Blockbuster vor allem für Elton John-Fans, die den kurvenreichen Weg ihres Idols in dieser Nacherzählung durchleiden und sich an seinen Songs, die Hauptdarsteller Taron Egerton interpretiert, erfreuen dürfen.

Für alle, die keine so große Affinität zu Elton John haben, ist „Rocketman“ nur solide Hollywood-Unterhaltung mit einigen Längen. Immerhin ist dieses Star-Biopic gelungener als „Bohemian Rhapsody“ über Freddie Mercury, bei dem Dexter Fletcher kurzfristig als Regisseur einspringen musste. Während die Homosexualität von Mercury schamhaft verschwiegen würde, ist sie in der Performance von Taron Egerton als ein Teil von Elton Johns Persönlichkeit ganz selbstverständlich präsent.

Seine Uraufführung hatte „Rocketman“ außer Konkurrenz in Cannes und startete gleich danach am 30. Mai in unseren Kinos, wo es derzeit immer noch zu sehen ist.

Bilder Paramount Pictures

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