Regime der Liebe

In der Reihe „Limited Edition“ dürfen Regieassistent*innen in der Box des Deutschen Theaters Berlin ihre ersten Arbeiten vorstellen. Nazanin Noori suchte sich dafür „Regime der Liebe – Komödie über Arrangements in Liebesbeziehungen“ von Tanja Šljivar.

In kurzen Sketchen werden die wichtigsten Beziehungsmodelle durchgespielt: von der klassischen Ehe über Online-Dating-Affären bis zu polyamousösen Beziehungsgeflechten, die als anarchokommunistische Revolution gefeiert werden und denen eindeutig die Sympathie des Teams gehört.

Caner Sunar aus dem DT-Ensemble (Proband 1) und Gast Jan Breustedt (Proband 2) reiben sich in den diversen Konstellationen aneinander. Im Travestie-Look flirten sie miteinander oder fallen aggressiv übereinander her und schleudern sich zu Boden.

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Nach jeder Szene meldet Maral Keshavarz aus dem Türrahmen im Bühnenhintergrund und moderiert das nächste Beziehungsmodell an, während die beiden Probanden an der Seitenlinie auf ihren Reboot warten und die Computer-Animation an der Decke betont sachlich die Eckdaten des nächsten Beziehungsversuchs aufleuchten lässt. Erst als der kurze Abend bei der Polyamorie angekommen ist, steigt Keshavarz, die an der UdK Berlin studiert, aktiver in das Geschehen ein.

„Regime der Liebe“ ist ein kurzweiliger, kleiner Abend, der durch die verschiedenen Beziehungstheorien und Modelle surft. Sicher hätte Tanja Šljivars Text an der einen oder anderen Stelle aus dem Thema mehr herausholen können, aber die klar abgegrenzten szenischen Episoden haben ihren Unterhaltungswert.

Bilder: Arno Declair

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