Das perfekte Geheimnis

Bei einem Abendessen befreundeter Paare in einer Münchner Altbauwohnung lautet die Regel: alle Smartphones auf den Tisch. Jedes SMS und jede WhatsApp muss vorgelesen, jeder Anruf muss laut gestellt werden.

Bora Dagtekin, der mit der charmant-witzigen ARD-Vorabendserie „Türkisch für Anfänger“ bekannt wurde und anschließend mit „Fack ju Göhte“ inklusive zwei Fortsetzungen einen pubertären Comedy-Hit landete, porträtiert diesmal die Ausflüchte und Lebenslügen hinter den Fassaden erfolgreicher, gut situierter End-Dreißiger.

Als Cast hat er dafür vor allem viele alte Bekannte versammelt: natürlich wieder Elyas M´Barek, selbstverständlich auch Jella Haase und Karoline Herfurth. Die Abendessen-Runde wird komplettiert von Jessica Schwarz, Florian David Fitz, Frederick Lau und Wotan Wilke Möhring.

In den knapp zwei Stunden nimmt der Plot seinen erwarteten Lauf. Eingehende Anrufe, zugeschickte Nacktfotos und Kurznachrichten, die an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lassen, bringen die Figuren in peinliche Situationen. Der Komödie ist zuzugestehen, dass das Timing der Gags und Pointen über weite Strecken ziemlich gut funktioniert.

Negativ fällt allerdings auf, dass sich hier klischeehaft-unreife Abziehbilder in dieser Party-Runde tummeln. Tiefpunkt des Films sind die zahlreichen, in einigen Besprechungen zurecht kritisierten homophoben Bemerkungen, mit denen die versammelte Meute wesentlich länger und platter als für die Dramaturgie der Komödie notwendig auf einen vermeintlichen und später einen tatsächlichen Homosexuellen einprügeln, der durch einen Anruf geoutet wird.

Trotz der genannten Schwächen kommt der Film beim Kinopublikum glänzend an. Das Remake einer italienischen Komödie ist schon in seiner zweiten Woche nach dem Kinostart die erfolgreichste deutsche Produktion des Jahres.

Bild: © 2019 Constantin Film Verleih GmbH / Lucia Faraig

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