The Roads not taken

Ein roter Faden dieses Berlinale Wettbewerbs ist, dass die Männer entweder ganz abwesend sind oder als Wracks ihrem Ende entgegen dämmern.

In die zweite Kategorie fällt Leo (Javier Bardem), der in einem Loch in New York vor sich hin vegetiert. Seine Tochter (Elle Fanning) hat größte Mühe, ihn zum Zahn- und Augenarzt zu schleppen. Er ist nur noch in der Lage, wirre Wortfetzen zu brabbeln, die ihm in seinem Delirium durch den Kopf schießen. Erinnerungssplitter an einen Sommer in Griechenland und an seine beiden Ex-Frauen (Salma Hayek als Dolores, Laura Linney als Rita) versetzen ihn in Unruhe.

Die britische Regisseurin Sally Poster erzählt den Trip von Vater und Tochter als sehr düsteres Psychogramm eines gescheiterten, schwer gestörten Mannes zu konventionell und mit kitschigem Ende.

Mit ihrem Meisterwerk „Orlando“ nach dem Roman von Virginia Woolf schrieb Potter 1992 Filmgeschichte. Davon ist sie mit „The Roads not taken“ ähnlich weit entfernt wie bei ihrem letzten Auftritt im Berlinale-Wettbewerb 2017, als sie die klischeehafte Salon-Tragikomödie „The Party“ vorstellte.

Bild: Javier Bardem und Elle Fanning; © Adventure Pictures

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