Coriolan

Aus der Tragödie „Coriolan“ machte Tilmann Köhler vor einem Jahr für das Schauspielhaus Düsseldorf eine Clownerie. Wie zu Shakespeares Zeiten spielt ein reines Männer-Ensemble, in der Titelrolle – wie so oft an diesem Haus – André Kaczmarzcyk. Der erfolgreiche General und Konsul schleudert den Plebejern seine gesamte Verachtung entgegen.

Die Masse, die er als Stimmvieh braucht, um sich in politische Ämter wählen zu lassen, die er aber immer wieder vor den Kopf stößt, bis sie ihn zunächst verbannen und schließlich im finalen Akt niederstechen, wird in der leeren holzvertaftelten Manege von Karoly Risz zu einer tumben Horde von Karikaturen mit roten Pappnasen und quietschbunten Perücken: grölende Fußballfans, die ihre Schlachtgesänge anstimmen, im Kreis laufen, sich von den beiden Volkstribunen (Florian Lange, Sebastian Tessenow) manipulieren lassen und ihre Emotionen herausbrüllen.

Markus Danzeisen, André Kaczmarczyk

Wie auch schon frühere Regie-Arbeiten von Tilmann Köhler, z.B. sein „Macbeth“ am Deutschen Theater Berlin, hat auch dieser „Coriolan“ das Problem, dass er etwas zu langatmig ist. Trotz gelungener Szenen, die vor allem in der letzten Stunde nach der Pause zu erleben sind, wirkt die Inszenierung etwas zu schleppend und nicht straff genug.

Bilder: Sandra Then

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