Tatort: Das fleißige Lieschen

Nach den glücklosen Auftritten von Devid Striesow wagt der Saarländische Rundfunk einen Neustart: Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) und Adam Schürk (Daniel Sträßer) heißen die beiden Kommissare, die so wirken, als hätten sich zwei Barkeeper oder Models zufällig ins Kommissariat verlaufen, wie Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung andeutete.

Hauptkommissar Adam Schürk (Daniel Sträßer), Hauptkommissar Leo Hölzer (Vladimir Burlakov)

Die beiden verbindet ein Kindheitstrauma, das in dieser ersten Folge des Duos sehr breit ausgewalzt und auch als Cliffhanger genutzt wird. Der Krimi ist aber nicht nur durch diese Vorgeschichte überfrachtet, sondern ächzt auch noch darunter, dass er das Unrecht der NS-Zwangsarbeit und den Psychoterror eines klischeehaften, alten Firmenpatriarchen (Dieter Schaad) gegen seinen Familien-Clan in 90 Minuten unterbringen will.

Das Drehbuch von Henrik Hölzemann gleicht über weite Strecken mehr einer Soap als einem Krimi. Um dies überzukompensieren, stürzt sich das Duo in chaotisch-aktionistische Ermittlungsarbeit oder zofft sich mit zwei wie Statistinnen behandelten Kolleginnen, darunter immerhin Ines Maria Westernstöer vom Schauspiel Köln, die als Polizistin Pia Heinrich nur die Funktion hat, sich dumme Sprüche anhören zu müssen.

Mit hölzernen Dialogen und nach einer verquasten Moralpredigt findet „Das fleißige Lieschen“ von Christian Theede mit dem erwähnten Cliffhanger sein Ende. Dem holprigen Einstand folgt hoffentlich eine deutliche Steigerung des neuen Duos aus Saarbrücken.

Bilder: © SR/Manuela Meyer, Peter Liwowski

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