Are we lost forever

Ein Paar sitzt aufrecht nebeneinander im Bett und starrt ins Leere. Die Beziehung von Hampus (Jonathan Andersson) und Adrian (Björn Elgerd) ist offensichtlich gescheitert. Wortkarg vollziehen sie ihre Trennung, doch bereits hier wird klar: Adrian kann seinen Verlobten nicht loslassen.

Während sich Adrian in One Night Stands flüchtet, sich in Gedanken aber immer noch an seinem Ex festklammert und den ganzen Film über schwermütig wirkt, tritt Hampus schon zur Mitte des Dramas gelöst auf: er hat einen neuen Partner gefunden.

Das schwedische Drama „Are we lost forever“ erzählt vor allem von der Kontrollsucht seiner Hauptfigur Adrian, der ständig wie unter Strom wirkt und sich nicht fallen lassen kann, unfähig eine Beziehung zu führen, aber auch unfähig, über den Scherbenhaufen dieser Beziehung hinwegzukommen.

Der Verleih Salzgeber präsentierte „Are we lost forever“ im Spätsommer bei der zweiten Auflage seines Queerfilmfestivals. Der Beziehungsfilm hat zwar durchaus ein paar Momente zum Schmunzeln, ist aber kein Feel-good-Movie, sondern eine queere Variation zu „Szenen einer Ehe“, dem berühmten Scheidungsdrama von Daniel Färdmars schwedischem Landsmann Ingmar Bergman. Die Grundstimmung ist ernst und düster, die Figuren allerdings nicht ganz so selbstzerfleischend wie ihre Vorgänger*innen aus den 1970er Jahren.

„Are we lost forever“ hat zwar noch keinen regulären Kino-Starttermin, ist jedoch ein durchaus sehenswertes psychologisches Beziehungsdrama für das Arthouse-Kino.

Bilder: Edition Salzgeber

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