Marlina – Die Mörderin in vier Akten

Der ungewöhnliche Rache-Western aus Indonesien lief im Mai 2017 in Cannes in der Quinzaine des Reálisateurs und im Januar 2018 als Geheimtipp in einigen Programmkinos. Wer „Marlina“ damals verpasst hat, kann ihn seit gestern und noch knapp 30 Tage auf MUBI nachholen.

Der Film beginnt ganz lakonisch in typischer Western-Manier: ein abgelegener Hof, staubige Straßen, über die Hügel braust ein grobschlächtiger Gangster heran, der die einsame Witwe als leichtes Opfer ausgekundschaftet hat. Feixend kündigt er ihr an, dass gleich seine komplette Bande mit sieben Männern bei ihr aufkreuzen wird. Sie werden ihr gesamtes Vieh davonkarren, sich von ihr bekochen lassen und sie anschließend einer nach dem anderen vergewaltigen, erzählt er ihr grinsend.

Stoisch nimmt Marlina (Marsha Timothy) diese Drohungen auf, verzieht sich in die Küche und kippt eine Dosis Gift in ihre Hühnersuppe, die sie für die Gang zubereiten muss. Den Bandenchef Markus, der nicht mit dem Rest aß, sondern schon im Schlafzimmer auf sie wartete, enthauptet sie mit einer Machete und macht sich mit dem Schädel in der Hand auf den Weg zur nächsten Polizeistation.

Die nächsten drei Akte werden zum Roadmovie: Mouly Surya erzählt in einer bemerkenswerten Mischung aus ungeschminkter Drastik und – trotz des Themas – leisem Humor davon, wie die vergewaltigte, ausgeraubte Frau um ihr Recht kämpft und dabei auf die Ablehnung der Polizei stößt. Unter dieser patriarchalen Gesellschaft leidet auch Marlinas Freundin, die hochschwangere Novi (Des Panendra), die von ihrem Mann beschimpft und weggeschubst wird.

Bilder: eksystent distribution filmverleih

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