Mank

Zum Ende des Kino-Jahres 2020 wurde „Mank“ von David Fincher mit Spannung erwartet. Wie schön wäre es gewesen, wenn uns in diesem Corona-Jahr, das mit so vielen abgesagten Festivals und monatelang geschlossenen Kinosälen ein Albtraum wie aus einer dystopischen Serie wäre, wenigstens zum Abschluss noch ein Highlight vergönnt gewesen wäre.

Doch „Mank“, das David Fincher nach einem Drehbuch seines verstorbenen Vaters Jack realisierte, ist nur eine sehr betuliche und zähe Hommage an den „Citizen Kane“-Drehbuchschreiber Herman Mankiewicz in nostalgischer Schwarz-Weiß-Retro-Ästhetik.

Da der Schreibprozess des suchtkranken Alkoholikers und Kettenrauchers, gespielt von Gary Oldman, in der Mojave-Wüste die zwei Stunden allein nicht füllen kann, wurde ein zweiter Strang eingebaut: in Rückblenden erzählt der Film, wie die Hollywood-Studiobosse einen Wahlsieg des Schriftstellers Upton Sinclair verhindern wollen, der sich 1934 mit Bernie Sanders-Positionen vergeblich als Gouverneur von Kalifornien bewarb.

Das Ergebnis ist ein langatmiges Panorama des Hollywood der 30er und 40er Jahre, das leider nicht die Qualität von früheren Fincher-Filmen wie „Sieben“, „Fight Club“ oder „Gone Girl“ hat.

Dass diese zähe Filmbiographie gleich in sechs Kategorien für den Golden Globe 2021 nominiert wurde, ist sehr fragwürdig. Bei der Preisverleihung am 28. Februar ging „Mank“ völlig leer aus.

Bild: Netflix

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