Kikujiros Sommer

Zwischen all den Yakuza-Gangster-Filmen ragt aus dem Gesamtwerk des japanischen Regisseurs Takeshi Kitano ein ungewöhnliches, poetisches Roadmovie heraus, das auf den ersten Blick fast wie ein Kinderfilm wirkt.

„Kikujiros Sommer“ erzählt vom skurrilen Trip eines ungleichen Duos, das sich im Lauf der zwei Stunden anfreundet: Masao (Yusuke Sekiguchi) lebt bei seiner Großmutter. Er fühlt sich in den Sommerferien einsam, da alle seine Schulfreunde mit ihren Eltern ans Meer verreisen, und möchte quer durch Japan reisen, um nach seiner Mutter zu suchen, die vor Jahren verschwunden ist. Eine Nachbarin schickt ihren Mann Kikujiro (Regisseur Kitano in der zweiten Hauptrolle) mit, er soll auf den Jungen aufpassen. Dieser Kikujiro ist jedoch ein sehr unzuverlässiger Zeitgenosse, lässt sich mit krummen Geschäften durchs Leben treiben und hat nichts Besseres zu tun, als die Reisekasse bei Wetten auf der Keirin-Rennbahn zu verprassen.

Betont langsam plätschert die Reise der beiden Protagonisten dahin: Immer wieder überrascht der Plot mit hübschen Gags, die den Zuschauer zum Lachen bringen, manchmal ist „Kikujiros Sommer“ einfach nur albern, im nächsten Moment sehr poetisch, melancholisch und berührend. Sahnehäubchen dieser japanischen Tragikomödie ist die Musik von Kitanos Lieblingskomponisten: Joe Hisaishi schuf ein wunderbar schwelgendes Leitmotiv, das an Eric Satie erinnert und den Film begleitet.

„Kikujiros Sommer“ war 1999 in den Wettbewerb von Cannes eingeladen und startete einige Monate später in den deutschen Programmkinos. Noch bis 29. April 2021 ist diese leichtfüßig erzählte Geschichte über eine Freundschaft in der arte-Mediathek abrufbar.

Bilder: capelight pictures

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