Being pink ain´t easy

Wie ein Model oder eine antike Statue wirft sich Rudi Äneas Natterer zu Beginn der einstündigen Performance „Being pink ain´t easy“ in Posen. Er spielt mit Klischees und Männerbildern aus zwei ganz verschiedenen Welten: dem Auftritt der goldkettchenbehängten Rapper und queerer Tänzer.

Joana Tischkau, die auch für ihre Zusammenarbeit mit Anta Helena Recke bekannt ist, stellt sich die Frage, warum ausgerechnet in den Videos schwarzer Rapper zur Jahrtausendwende, die auf ihre Männlichkeit so stolz waren und sie so demonstrativ zur Schau stellten, Männer pink trugen: eine Farbe, die als schwul konnotiert ist und gerne für Babykleidung von Mädchen verwendet wird. Tischkaus These ist, dass sich die schwarzen Rapper gerade weil das Publikum nicht den geringsten Zweifel an ihrer Straightness und heterosexuellen Identität hatte, Farbtupfer aus der plüschigen Barbie-Welt leisten konnten.

Gesprochen wird in dieser Performance jedoch kaum, Tischkau und Natterer verhandeln ihr Thema nur mit Andeutungen, Bewegungssprache, Posen und Tanz. Regelmäßig bekommt der Solo-Performer Anrufe eines mysteriösen Unbekannten, der ihm zuraunt, ganz er selbst zu sein.

„Being pink ain´t easy“ hatte bereits im Oktober 2019 in den Sophiensaelen Premiere, eine Wiederaufnahme im März 2020 in der Reihe „Queer Darlings“ fiel Corona zum Opfer, in dieser Woche kann die Show im Rahmen des Performing Arts Festivals, der Leistungsschau der Berliner Freien Szene, gestreamt werden.

Bild: Dorothea Tuch

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