Tatort: Finsternis

In ihrem 15. Fall nehmen sich Janneke (Margarita Broich) und Brix (Wolfram Koch) deutlich zurück. Ihre Wortgefechte, die den Reiz des Frankfurter Tatorts ausmachen, sind diesmal auf ein Minimum reduziert, auch ihr Sidekick Fanny (Zazie de Paris) hat nur einen Kurzauftritt.

Stattdessen erlebte das TV-Publikum am Ostermontag ein Familiendrama, das in der ersten Hälfte sehr entschleunigt daher kommt. Alles sei in Ordnung, versichern sich die Verdächtigen gegenseitig. Dass die Mutter (Victoria Trauttmansdorff) seit Tagen nicht zu erreichen sei, sei nicht weiter ungewöhnlich, sie wolle sich einfach nur eine Auszeit auf einer Fastenwanderung in den Pyrenäen nehmen, bevor sie ihr Studium fortsetzt. Der Satz „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf“ kehrt leitmotivisch wieder.

Nach den Längen der Exposition erzählt Petra Lüschow (Drehbuch und Regie) von den Abgründen einer Familie. Die Besetzung der Gombrechts ist sehr vielversprechend: neben der bereits erwähnten Mutter Maria, die von Trauttmansdorff aus dem Hamburger Thalia-Ensemble verkörpert wird, spielen Julia Riedler, Shooting-Star während Matthias Lilienthals Zeit an den Münchner Kammerspielen, und Odine Johne die beiden gegensätzlichen, aufeinander eifersüchtigen Töchter Judith und Kristina. Uwe Preuss, einer der gefragtesten Charakterdarsteller in TV-Krimis und mittlerweile nur noch selten auf den Theaterbühnen, gibt den Vater Ulrich.

Der Showdown folgt zu routiniert den Regeln des Sonntag Abend-Krimi-Sendeplatzes, so dass das Außergewöhnlichste am HR-„Tatort: Finsternis“ die starke Besetzung war.

Bild: © HR/Degeto/Bettina Mueller

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