22 Bahnen

Caroline Wahls Debütroman „22 Bahnen“ schlug vor zwei Jahren ein, wurde prompt zum Bestseller. Die Schilderung der beiden Mädchen Tilda und Ida, die wegen des Alkoholismus ihrer Mutter weitgehend auf sich gestellt sind, traf offensichtlich einen Nerv.

Parallel zu ihrem dritten Roman „Die Assistentin“ kam in diesem Spätsommer die Verfilmung von Mia Maariel Meyer ins Kino, die 2021 mit dem Sozial- und Abstiegsdrama „Die Saat“ auffiel. Das Drehbuch von Elena Hell, an dem auch Wahl mitgearbeitet hat, bleibt nah an der klaren, einfachen Sprache, die kürzlich auch der neue Kulturstaatsmjnister Wolfram Weimer rühmte.

Am stärksten ist der Film, wenn er ganz auf seine Hauptdarstellerin Luna Wedler vertraut. Ihre Mathematik-Studentin Tilda führt mit Voice-Overs durch das Sozialdrama mit all den Konfrontationen mit der Alki-Mutter (Laura Tonke) und der Sorge um die erst 10jährige Schwester (Zoë Baier, die aktuell auch bei „In die Sonne schauen“ auf der Leinwand zu sehen ist). Wedler trägt diesen Film und wurde ebenso überraschend wie verdient nur zwei Tage nach dem Kinostart in Venedig mit dem Marcello Mastroianni-Nachwuchspreis für ihren neuen Film „Stille Freundin“ ausgezeichnet.

Im Supermarkt jobbt Tilda (Luna Wedler) neben ihrem Studium.

„22 Bahnen“ ist eine durchaus sehenswerte, aber auch etwas konventionelle Literaturverfilmung. Am schwächsten sind die Passagen mit dem Märchenprinz Viktor, der im Schwimmbad in ihr Leben dreht, und hier vor allem die Mystery-Rückblenden auf einen Auto-Unfall seiner Familie. Jannis Niewöhner hat in dieser Rolle nicht viel mehr zu tun als sein Sixpack zu präsentieren.

„22 Bahnen“ startete am 4. September 2025 in den Kinos.

Bilder: Constantin Filmverleih

 

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