Eagles of the Republic

Gerade wurden in Cannes die Palmen verliehen, da kommt noch ein Nachzügler aus dem Vorjahres-Wettbewerb in einige Programmkinos. Tarik Saleh, als Sohn eines Ägypers und einer Schwedin Stockholm geboren, schließt seine Kairo-Trilogie ab.

Wie kann ein Künstler unter einer Militärdiktatur arbeiten? Dies ist die zentrale Frage der zwei Kinostunden. George Fahmy ist ein rein fiktiver gefeierter Star, wird als „Pharao der Leinwand“ verehrt und genießt seine Freiheiten und Affären. Doch die Einschläge und Drohungen rücken näher, er verliert Privilegien und steht vor der Wahl: Mimt er den Militärdiktator al-Sisi in einem Propaganda-Biopic? Oder versucht er, seine moralische Integrität zu wahren, auch auf die Gefahr, dass er ins Abseits oder gar ins Fadenkreuz des Regimes gerät.

Ein spannender Stoff, doch Saleh fehlen wie schon im vorherigen Teil „Die Kairo-Verschwörung“, der 2022 ebenfalls im Cannes-Wettbewerb lief, die künstlerischen Mittel, daraus ein überzeugendes Kino-Erlebnis zu formen. Ebenso zäh wie plakativ schleppt sich der Film über weite Strecken dahin, erst auf der Zielgeraden wird der Film seinem Genre des Polit-Thrillers gerecht und wartet mit Knall- und Überraschungseffekten auf.

Im starken 2025er Cannes-Jahrgang ging „Eagles of the Republic“ leer aus, im Herbst lief er beim Filmfest Hamburg. Anfang 2026 bekam er in Schweden die Nominierung zum Oscar für den besten fremdsprachigen Film und gewann die Guldbakke, das dortige Pendant zur Lola. Am 21. Mai 2026 startete „Eagles of the Republic“ in den deutschen Kinos.

Bild: Yirgit Eken

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