Überbordende Emotionen prägen häufig die Filme von François Ozon. Ganz anders in seinem aktuellesten Film „Der Fremde“ nach der berühmten Roman-Vorlage von Albert Camus. Regungslos und stoisch geht Mersault durch sein Leben bis zur existentlialistischen Grundsatzrede über die Absurdität seines Daseins im Gefängnis.
Benjamin Voisin sieht dabei wie immer wahnsinnig gut aus, hat aber sonst kaum etwas zu tun. Emotionslos, fast schon apathisch lässt er über sich ergehen, was ihm widerfährt. Ozon, der auch das Drehbuch selbst adaptierte, filmte das Lehrstück in Schwarz-Weiß. Gediegen, aber zu leblos wirkt diese Verfilmung, die der französische Starregisseur routiniert abspult.
„Der Fremde“ feierte am 2. September 2025 im Wettbewerb von Venedig seine Premiere, hatte dort aber keine Chance auf einen der Löwen. Nach weiteren Stationen auf den Festivals in San Sebastian und Wien wird „Der Fremde“ am 20. November 2025 die Französische Filmwoche eröffnen, bevor er am 1. Januar 2026 in den Kinos startet.
Bild: Carole Bethuel © Foz – Gaumont – France 2 Cinema