Masterwork for six dancers

Mit einer amüsanten Parodie auf diverse Tanzstile geht das Festival Tanz im August an diesem Wochenende im HAU 1 zu Ende.

Die slowenische Compagnie En-Knap, die kurz nach ihrer Gründung regelmäßig in Berlin war, meldet sich nach längerer Pause mit dem kokett klingenden Stück „Masterwork for six dancers“ zurück. Mit greller Körperfarbe bemalt und in knapper Unterwäsche kommt das sechsköpfige Ensemble und zieht in grotesk-überzeichneten Verrenkungen erstmal Oskar Schlemmers Avantgarde-Klassiker „Triadisches Ballett“ durch den Kakao.

In den nächsten hochenergetischen 60 Minuten springen und hüpfen sie lustvoll durch die Stile, parodieren die Aerobic-Kurse im Gym genauso wie die Weihnachts-Ballett-Ikone „Nußknacker“ von Peter I. Tschaikowsky. Im nächsten Moment entern sie in überdimensionalen Schuhen und mit noch weniger Textilien die Bühne und bieten eine Stepp-Nummer, deren elegante Körperbeherrschung trotz der klobigen Übergrößen-Schuhe überrascht und die mit viel Witz mit den Verführungs-Ritualen von Striptease und Burleske spielt.

Die rasanten 60 Minuten vergehen wie im Flug und sorgen zuverlässig für gute Laune. Standing ovations gibt es zwar nicht, dafür war die „Clownerie“ dann doch etwas zu leichtgewichtig, wie Frank Schmid (rbb) zurecht urteilte.

Ein lustig-verspielter Farbtupfer zum Festival-Abschluss war diese Deutschland-Premiere im HAU 1 allemal. Mit dem ungarischen Choreographen-Duo Emese Cuhorka und  Csaba Molnár studierte En-Knap das „Masterwork for six dancers“ schon 2023 in Ljubljana ein.

Bilder: Sara Rman

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