Mir ihrem zweiten Spielfilm „Dua“, der in der Cannes-Nebenreihe Semaine de la Critique lief, unterstrich die Regisseurin Blerta Basholli ihr Talent. Geschickt verzahnt sie ein klassisches Coming-of-Age-Drama mit der Vorgeschichte des Kosovo-Kriegs Ende der 199oer Jahre.

Die 101 Minuten konzentrieren sich ganz auf die Perspektive der Teenagerin Dua (Pinea Matoshi). Der Film beginnt mit einer Szene, wie sie sich im Alltag eines pubertierenden Mädchens überall auf der Welt abspielen könnte. Gemeinsam mit ihrer Clique steht sie vor dem Spiegel, spricht über die Party und den Jungen, den sie küssen möchte.

Auch die Übergriffe durch einen Mann, der ihr auflauert, und die Bedrohung durch eine Gang könnten sich an vielen anderen Orten zutragen. Langsam fokussiert Basholli, die mit ihrer Co-Drehbuch-Autorin Nicole Borgeat in Cannes den SACD-Preis gewann, auf die konkrete Situation vor Ort. Serbische Polizei und Freischärler bedrängen die Minderheit im Kosovo. Am Abendessen-Tisch von Duas Familie sind die Gewalt gegen Demos, die Zuspitzung der Lage und die bange Frage, ob die NATO eingreifen wird, zunehmend präsent.

Nach der Premiere lief „Dua“ zuletzt in Hamburg in der Sektion Kaleidoscope, in Sarajewo und Zürich. Kosovo reichte ihn als Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film ein. Über einen deutschen Kinostart des von arte koproduzierten Films ist noch nichts bekannt. 

Bilder: © Ikonë Studio / Alva Film / Kazak Productions

 

 

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