En el camino

Mit großen Vorschusslorbeeren kam das mexikanische Drama „En el camino“ zum Queerfilmfestival: am 4. September 2025 hatte der Film in der wichtigsten Nebenreihe Orizzonti des A-Festivals von Venedig. Er gewann dort nicht nur den Hauptpreis der Sektion, sondern auch den Queeren Löwen, das Pendant zum Berlinale-Teddy. Mexiko reichte den Film von David Pablos vor kurzem auch für die nächste Oscar-Verleihung an den besten fremdsprachigen Film ein.

Nicht nur für Hollywood-Verhältnisse ist „On the road/En el camino“ ausgesprochen explizit, roh und drastisch. Wir erleben die Hauptfigur Veneno (Víctor Miguel Prieto) in der Grenzstadt Ciudad Juárez als Dealer und Stricher im Trucker-Milieu. Deutlich ist dem Film anzumerken, dass der Regisseur sich schon für eine Dokumentar-Serie ausgiebig mit dem Milieu befasst hat. Ungeschönt zeigt er eine harte Männerwelt aus prekären Jobs, kriminellen Deals, derben Sprüchen und schneller Triebabfuhr mit Sex oder Drogen.

Über weite Strecken ist „En el camino“ ein düsteres Sozialdrama, entwickelt sich in der zweiten Hälfte stärker zum Thriller mit Szenen drastischer Gewalt. Ein Kartellboss sucht nach seinem geflohenen Lustknaben und taucht immer wieder in bedrohlichen Rückblenden auf, der Trucker Muñeco, der Veneno ein Stück mitgenommen hat, gerät selbst ins Visier und zwischen alle Stühle.

Trotz all der Preise und Nominierungen wirkt „En el camino“, der vierte Spielfilm von Pablos, dramaturgisch noch roh und ungeschliffen. Ein echter Sog entsteht nicht, zu klischeehaft wirken einige Dialoge.

Bereits im vergangenen Jahr hatte „En el camino“ seine deutsche Premiere beim Internationalen Film Festival Mannheim-Heidelberg, in dieser Woche präsentierte ihn Salzgeber auf seinem Queerfilmfestival. Der Kinostarttermin wurde noch nicht bekannt gegeben.

Bilder: Salzgeber

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert