Congo Boy

Typisches Arthouse-Festivalkino ist das Drama „Congo Boy“: Rafik Fariala verarbeitet autobiographische Erfahrungen und erzählt vom Teenager Robert. Die Familie floh vor dem Bürgerkrieg im Kongo über die Grenze nach Bangui in die Zentralafrikanische Republik.

Die Eltern wurden auf der Flucht inhafiert, der 17jährige ist auf sich allein gestellt, muss die jüngeren Geschwister versorgen, seinen Schulabschluss schaffen und all die Erfahrungen verarbeiten, die die allermeisten Flüchtlinge im Exil machen. Die Lehrer schauen auf ihn herab, die Milizen terrorisieren ihn. Das erzählt Fariala ganz unaufgeregt in kleinen, unverbundenen Szenen, die wie Splitter aus dem Alltag der Figur wirken.

Roberts Traum ist es, ein berühmter Rapper zu werden. Die authentischsten Momente entstehen, wenn er und seine Kumpels performen. Das 91 Minuten kurze Drama steuert auf einen von UNICEF organisierten Rap Battle als Höhepunkt zu. 

Farialas Spielfilm-Debüt ist sehr konventionell erzählt und vor allem im Finale zu vorhersehbar. In der Rolle des „Congo Boy“ Robert wurde Bradley Fiomona bereits bei der Premiere in der Sektion Un certain regard als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Gestern lief der Film vor vollem Haus in der Sektion Kaleidoscope des Filmfests Hamburg im Oberen Saal des Abaton. Für die Nische des autofiktionalen Sozialdramas aus Zentralafrika ist also durchaus weiterhin ein Publikum da. 

Den deutschen Kinostart hat der Verleih Immer Gute Filme für 25. Februar 2027 angekündigt.

Bild: © 2026 – MAKONGO FILMS – UNITÉ – KIRIPIFILMS – KARTA FILM – CANAL+

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