Prélude

Vom Zerbrechen eines hochbegabten Klavierschülers erzählt Sabrina Sarabi in ihrem Debütfilm „Prélude“. Aufgerieben vom Drill durch die strenge Professorin (Ursina Lardi) und der Rivalität mit Walter (Kerr-Preisträger Johannes Nussbaum), mit dem er nicht nur um das Julliard-Stipendium, sondern auch um Marie (Liv Lisa Fries) konkurriert, driftet David (Louis Hofmann) mehr und mehr in den Wahnsinn. Konsequent aus der Sicht des Protagonisten erzählt und von häufigen Schwarzblenden unterbrochen, bleibt bewusst in der Schwebe, was Realität oder Wahnvorstellung von David ist.

Der Film beeindruckt durch seine für ein Debüt ungewohnte Ballung prominenter Namen aus Film und Theater, die das große Vertrauen in das Drehbuch und das Konzept des Films dokumentiert. Louis Hofmann ist einmal mehr sehenswert: in der ihm eigenen Mischung aus Verletzlichkeit und Neugier spielt er den jungen Klavierschüler auf seinem Leidensweg überzeugt.

Vielversprechend ist auch die Klangspur des Films: die Regisseurin Sarabi setzt bewusst das Pingpong von Tischtennisbällen und das unermüdliche Klacken des Metronoms ein, um die Unerbittlichkeit der Tretmühle akustisch fühlbar zu machen, der sich David ausgesetzt fühlt.

Trotz der interessanten Ansätze kann das Debüt noch nicht ganz überzeugen. Es bleibt das schale Gefühl, die Story bereits überzeugender in „Whiplash“ und anderen Varianten gesehen zu haben. Beklemmend konsequent ist allerdings die letzte Einstellung, mit der Sarabi ihren Protagonisten in den Abgrund treibt.

Bilder: X Verleih

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