La vérité

Was für ein hochkarätiger Auftakt: im September 2019 eröffnete das Film-Festival am Lido von Venedig mit dem Familien-Kammerspiel von „La vérité“ des Japaners Hirokazu Kore-eda, einem der spannendsten Regisseure des Weltkinos, der 2018 in Cannes für „Shoplifters“ die Goldene Palme gewann. Er verpflichtete eine erlesene Schauspieler*innen-Riege: Catherine Deneuve spielt eine alternde Filmdiva, Juliette Binoche ihre Tochter, zu der sie ein sehr gespanntes Verhältnis hat, Ethan Hawke den Schwiegersohn und Ludivine Sagnier taucht in einer kleinen Nebenrolle auf. Spannend klang auch, dass er erstmals in einer Fremdsprache, nämlich auf Französisch, drehte.

Leider ging dieses Experiment gründlich schief. Davon können sich die Kinogänger in Deutschland seit dem Filmstart am 5. März überzeugen. Das neurotische Mutter-Tochter-Duell ist zu holzschnittartig. Sehr klischeehaft wandelt sich die Diva Fabienne Dangeville, die alle vor den Kopf stößt, unter dem Einfluss ihrer charmanten Enkelin. Zu aufgesetzt wirkt auch die Parallel-Handlung eines Films im Film, den die Grande Dame dreht, während sie Besuch von Tochter, Schwiegersohn und Enkelin aus den USA bekommt.

„La Vérité“ fehlen Tempo, Witz und Esprit. Statt des erhofften Glamours verströmt das Starensemble nur Langeweile.

Bild: © 2019 PROKINO Filmverleih GmbH / Laurent Champoussin

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