Sacre

Eine ungewöhnliche Mischung aus Tanz und Akrobatik konzipierte Yaron Lifschitz mit seiner Compagnie Circa. Eigentlich sollte seine Version von „Sacre“ bereits im Frühjahr 2020 bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt, doch Corona machte dem einen Strich durch die Rechnung. Immerhin konnte ein Jahr später eine Stream-Version des Stücks präsentiert werden, das im australischen Sommer Anfang 2021 endlich Premiere hatte.

Noch stärker als bei ihren Gastspielen in der Berliner Kleinkunstbühne Chamäleon in Hackeschen Höfen, die auf „New Circus“ spezialisiert ist, verbindet Circa diesmal die akrobatischen Elemente mit klassischen tänzerischen Choreographien. Düster und beklemmend beginnt „Sacre“ mit einem Prolog: Philippe Bachman komponierte einen Klangteppich dräuender Hintergrundmusik, die Assoziationen an Bombenalarm und Sägewer weckt. Die dunkle Bühne hellt sich erst allmählich durch die Lichtregie auf.

Circa Ensemble

In der zweiten Hälfte erklingen die Töne von Igor Strawinskys „Sacre“-Klassiker, der den Tanz vor einem Jahrhundert revolutionierte. Rauschhaft und expressionistisch bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer zu den Klängen. Sprünge und Hebefiguren werden in die Tanz-Choreographie eingebaut.

Obwohl das Ensemble fast ständig in Aktion ist, schafft es die Stream-Kamera recht gut, das Bühnen-Erlebnis auch für den heimischen Bildschirm einzufangen.

Bilder: David Kelly

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