Stages of Crisis

Trostlos ist der Hongkong Supermarket, den Nina Peller im HAU 1 aufgebaut hat: Zwischen den leeren Regalen und zerplatzten Konsum-Träumen irren die Dorky Park-Performer aus dem Ensemble von Constanza Markas herum.

Sieben Jahre nach „Forest: Nature of Crisis“, ihrer bizarren, mit Märchen-Parodien gespickten nächtlichen Tour durch den Müggelwald an der südöstlichen Peripherie Berlins, wollte Macras die damaligen Krisen-Themen wieder aufnehmen, wurde aber von den beiden Corona-Lockdowns ausgebremst. Erst ein Jahr nach der geplanten Premiere konnte die Show „Stages of Crisis“ endlich zur Premiere kommen, vorerst leider nur im Live-Stream. Open-Air-Vorstellungen sind für den 14./15. August in den Gärten der Welt (Marzahn) im Rahmen des „Tanz im August“-Festivals geplant.

Überambitioniert warfen sich Macras und ihre Crew in ihr Projekt, verhandeln in nur 90 Minuten zu viele Themen auf einmal. Ironisch arbeiten sie sich an einem koksenden Schneewittchen, einer Blockflöten-Version von „Final Countdown“ und an der alljährlichen Kulturbetriebs-Leistungsschau, dem Berliner Theatertreffen, ab, wo parallel zur „Stages of Crisis“-Premiere der zwölfstündige, vom HAU coproduzierte „Show me a good time“-Marathon lief.

Der kurze Abend zerfasert, es geht um alles und nichts, die tänzerische Energie und Leidenschaft, die Macras-Abende wie zuletzt „The West“ kurz vor dem ersten Lockdown an der Volksbühne auszeichnen, lassen sich in dieser Live-Stream-Choreographie nicht transportieren.

Bild: Thomas Aurin

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