Dune

Das Rezept dieses Herbst-Blockbusters ist altbekannt: ein Hollywood-Schönling als Messias, der einige Abenteuer bestehen muss (Timothée Chalamet aus „Call me by your name“), ein dicker Fantasy-Wälzer mit klangvollem Namen, den aber nur wenige wirklich gelesen haben („Dune“ von Frank Herbert), eine opulente Ausstattung für die Kampfszenen und einen Soundtrack im bewährten Stil von Hans Zimmer.

Zäh schleppt sich die Exposition dahin, freundlich nickend lassen sich die einzelnen Bausteine aus der Sci-Fi-Blockbuster-Schublade auf der Strichliste abhaken. „Dune“ des Franko-Kanadiers Denis Villeneuve, der dem Fantasy-Kino mit „Arrival“ (2016) frische Impulse gegeben hat, aber 2017 in den ausgetretenen Genre-Pfaden von „Blade Runner 2049“ langweilte, liefert mit „Dune“ immerhin ein bildgewaltiges Spektakel.

In überlangen 2,5 Stunden serviert Villeneuve dem Mainstream-Publikum zwar viel Bekanntes nach Schema F, lässt aber immer wieder sein Können aufblitzen. Eindrucksvoll sind beispielsweise die Szenen, in denen die Kamera von Greig Fraser einfängt, wie sich der Sandwurm durch die Dünen fräst. Ab und zu gönnt Villeneuve seinem Publikum auch kleine schauspielerische Kabinettstückchen, wie z.B. Charlotte Rampling als intrigante Ehrwürdige Mutter Gaius Helen Mohiam, die den jungen Messias Paul Atreides (Chalamet) auf eine sadistische, schmerzhafte Probe stellt.

Auf dem altehrwürdigen Festival in Venedig, das sich zur beliebten Oscar-Startrampe entwickelt, hatte „Dune“ am 3. September außer Konkurrenz seine Weltpremiere und startete am 16. September 2021 noch vor dem US-Start in den deutschen Kinos. Das Epos richtet sich vor allem an Fans des Blockbuster-Genres, hat aber wegen seiner eindrucksvollen Bilder auch Kinofreunden, die sonst weniger mit dem Schlachtenlärm der Fantasy-Sagas anfangen können, einiges zu bieten.

Bilder: Warner Bros

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