Humans 2.0

Seit Ende August hat das Chamäleon Theater am Hackeschen Markt wieder geöffnet und die internationalen Festival-Lieblinge der australischen Kompanie Circa Contemporary Circus zu Gast.

Bei dieser viermonatigen künstlerischen Residenz lassen sich verschiedene Facetten ihrer Arbeit erleben: Auf die halsbrecherische, akrobatisch-athletische Leistungsschau „Humans“, die bewusst Grenzen austestet, folgt nun im November die düstere „Humans 2.0“-Version.

Lichtdesigner Paul Jackson taucht den 70minütigen Abend in ein Schattenreich des Halbdunkel, der israelische Klangkünstler Ori Lichtik unterlegt die Choreographie mit einem dräuenden Techno-Teppich, wie ihn Tanz-Fans aus seiner Zusammenarbeit mit Sharon Eyal kennen. Eine Sequenz kurz vor Schluss lässt sich auch als Hommage an ihre Staatsballett-Choreographie „Strong“ lesen: ähnlich wie an der Staatsoper baut sich das Ensemble zu einer Phalanx auf.

„Humans 2.0“ macht einen wesentlich durchkomponierteren, weniger revuehaften Eindruck als die Vorgänger-Arbeit „Humans“ aus dem Jahr 2017: eine melancholisch-herbstliche Grundstimmung prägt diesen Abend, passend zur sich aufbauenden vierten Welle, die das „Ende der Pandemie“, über das sich Chamäleon-Geschäftsführer Hendrik Frobel in der Anmoderation freute, wie eine Nachricht aus einem schöneren Paralleluniversum erscheinen lässt.

„Humans 2.0“ ist weniger geprägt von athletischen Einzelleistungen und atemberaubenden Soli, sondern deutlich stärker darauf angelegt, eine düstere, manchmal fast tranceartige Grundstimmung zu transportieren.

Bis 27. November 2021 gastiert „Humans 2.0“ im Chamäleon Theater.

Bilder: Pedro Greig

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