Come on, come on

Nach seinem Blockbuster-Auftritt als grimassierender Batman-Gegenspieler „Joker“ entschied sich Joaquin Phoenix für das komplette Kontrastprogramm. Sein nächster Film ist ein stilles Indie-Drama in Schwarz-Weiß, das seinem Publikum statt des düsteren Psychogramms einer traumatisierten Figur diesmal Erholung und Erbauung bieten will.

Mike Mills, der mit „Thumbsucker“ im Berlinale-Wettbewerb 2005 hoffnungsvoll begonnen hat und mit dem feministischen, etwas betulichen Gesellschaftspanorama „Jahrhundertfrauen“ (2016) für einen Oscar nominiert war, bietet ein Kino-Erlebnis, das zwischen Wellness-Fußbad und Achtsamkeits-Seminar liegt.

Jeder Sekunde dieses Films ist anzumerken, wie sich „Come on, come on“ bemüht, ein auf die Arthouse-Zielgruppe zugeschnittenes Sorglos-Paket aus Rührseligkeit, Kalendersprüchen und herzigen Dialogen zwischen dem Radioreporter-Onkel Johnny (Phoenix) und seinem altklugen Neffen Jesse (Woody Norman) zusammenzustellen.

Im September 2021 feierte „Come on, come on“ beim Telluride Festival seine Premiere, spielte aber bei den großen Preisverleihungen der US-Filmbranche in diesem Spätwinter keine Rolle. Für die Jurys wirkte dieses Werk offensichtlich zu sehr um die Seelenmassage der Besucher*innen bemüht. Zum Kinostart am 24. März 2022 fand der Indie-Film, der zwischen New York und Los Angeles spielt, natürlich dennoch sein Publikum.

Bild: @ A24

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