Liebe, einfach außerirdisch

Gut gelaunt nehmen Sophie Rois und René Pollesch vom Deutschen Theater Berlin Abschied, wo sie einige Jahre Exil fanden, bevor sie nun an das Stammhaus am Rosa Luxemburg-Platz zurückkehren: eigentlich sollte „Liebe, einfach außerirdisch“ schon im Januar Premiere haben, kommt aber nun als sommerlich leichte Komödie zum Spielzeit-Abschluss gerade recht zur nächsten Corona-Welle.

Als Referenz-Rahmen wählen Pollesch und sein Team meist Diskursschnipsel aus Soziologie, Queer und Gender Studies. Diesmal orientiert sich der 80minütige Abend vor allem an der SciFi-Komödie „Meine Stiefmutter ist ein Alien“ (1988) mit Dan Aykroyd und Kim Basinger, der 90er Jahre-Sitcom „Hinterm Mond gleich links“, älteren Texten des vor ein, zwei Jahrzehnten angesagten Pop-Philosophen Slavoj Žižek sowie Heidi Kabels Ohnsorg-Schwank „Tratsch im Treppenhaus“ (1960), auf den Kotbong Yang parodistisch anspielt.

Streckenweise ist der Abend durchaus unterhaltsam, Sophie Rois sorgt mit einigen Running Gags für Lacher: wenn sie nicht gerade als verkrampfte Alien auf der Suche nach Sex über die Szenerie tigert, sorgt sie sich rührend um die Menschen im 2. Rang, die zu wenig sehen können.

Leider ist der Abend aber auch um 20 Minuten zu lang und oft zu albern. Als sommerlicher Spielzeit-Ausklang und Gegengewicht zum nölenden Kriegs- und Corona-Lamento von Fabian Hinrichs in „Geht es dir gut?“ bietet diese Rois-Abschieds-Sause einige Momente zum Schmunzeln, aber ein großer Wurf ist der verqualmte Abend nicht.

Bild: Luna Zscharnt

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