Das Sci-Fi-Drama „Der Astronaut“ – im Original „Project Hail Mary“ – ist nach den klassischen Zutaten des Hollywood-Abenteuer-Kinos gebaut. Die Geschichte ist im Kern so simpel wie wirkungsvoll: ein sympathischer Außenseiter (Ryan Gosling) findet sich plötzlich mitten in einer Welt-Rettungs-Mission wieder. Er wächst über sich hinaus, vor allem dank der Hilfe und Freundschaft eines Aliens, eines Felsbrockens mit Spinnenbeinen, den er liebevoll Rocky nennt.
Die Kritiker, die die gleichnamige Romanvorlage von Andy Weir gelesen haben, die 2021 ein Bestseller war, fanden, dass einiges von der Vorlage verloren gehe. Aber dem Duo Phil Lord/Chris Miller gelingt ein unterhaltsamer Kino-Spaß, der Blockbuster-Schauwerte mit Buddy-Movie-Komik verbindet, nicht mit zu viel Astrophysik überfordert und gleich auch noch das Hollywood-Debüt von Sandra Hüller ist. Gerade glänzte sie noch als „Rose“ auf der Berlinale und gewann den Silbernen Bären, hier spielt sie die ESA-Wissenschaftlerin Eva Stratt, die dem kauzigen Lehrer Ryland Grace (Ryan Gosling) den ganzen Schlamassel einbrockt. Der Molekularbiologe, der wegen zu gewagter Thesen in den Schuldienst degradiert wurde, ist ihrer Meinung nach der einzige, der die Erde vor den Astrophagen retten kann, kleinen Tierchen, die die Sonne nach und nach auffressen und somit das Leben auf unsere Planeten zu vernichten drohen.
Als er völlig allein und zersaust irgendwo im All aus dem Wachkoma aufwacht, in das ihn Stratt und ihr Team gezwungen haben, trifft er auf den Alien, der ebenfalls einzige Überlebende einer Rettungs-Mission, die vom Planeten Eridani mit demselben Ziel weggeschickt wurde. Die Freundschaft, die sich zwischen Rocky und Grace entwickelt, ist das Herzstück dieses Films.
Mit 157 Minuten ist „Project Hail Mary“ überlang und mutet dem Popcorn-Publikum einiges zu. Ermattet brabbelte dann ein Zuschauer nur noch vor sich hin, welche Assoziationen und Wortfetzen ihm gerade durch die Rübe rauschen. Hollywood-typisch wird diese MGM/Sony-Produktion am Ende etwas zu kitschig und oft auch ein bisschen albern. Hier ging mit Lord/Miller, die mit dem Animationsfilm „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ (2009) oder dem LEGO Film (2014) bekannt und 2017 beim Star Wars-Sequel nach Differenzen rausgeworfen wurden, die Lust am Kindlichen zu sehr durch.
Dennoch ist „Project Hail Mary – Der Astronaut“, das am 19. März 2026 in den Kinos startete, sehenswertes Unterhaltungskino.
Bild: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH