Eine präzise Milieustudie der testosterongeladenen Dynamiken in einem Sportinternat liefert der belgische Regisseur Valéry Carnoy in seinem Film „Wild Foxes“ (Original: „La Danse des Renards“).
Camille (Samuel Kircher) ist der begabteste junge Boxer im Team, Kandidat für die Europameisterschaft und der respektierte Leitwolf der Jungs-Truppe. Bei einem Ausflug in den Wald auf der Spur der titelgebenden Füchse stürzt er in den Abgrund und überlebt dank der Hilfe seines Freundes Matteo (Faycal Anaflous) mit einigen Narben.
Als er nach zwei Monaten wieder ins Training einstiegen will, verändert sich für ihn alles: Panikattacken, wiederkehrender Phantomschmerz im Arm und bislang ungekannte Ängste machen ihm zu schaffen. Aus dem Vorzeige-Athleten wird das „Weichei“, als das Team seinetwegen verliert, wird er zum gejagten Opfer. Auch die Freundschaft zerbricht.

Carnoy erzählt diese Internatsgeschichte sehr gradlinig und mit wackliger Kamera, die dem Gefühlstumult seiner pubertierenden Figuren entspricht. Hauptdarsteller Kircher schafft eine interessante Balance zwischen athletischer Kraft und androgyner, weicher Ausstrahlung mit offen getragenen Haaren. Er fiel bereits 2023 bei seinem Debüt als lasziv-verführerischer Hauptdarsteller in Catherine Breillats „Im letzten Sommer“ auf.
„Wild Foxes“ hatte im vergangenen Jahr in der Cannes-Sektion Quinzaine des Cinéastes Premiere, lief im Herbst 2025 u.a. bei den Festivals in Hamburg und Mannheim-Heidelberg, am 7. Mai 2026 brachte ihn Grandfilm in die deutschen Kinos.
Bilder: Grandfilm