Der verlorene Mann

Eine der ersten Überraschungen des Kino-Jahres lief im Januar in Rotterdam: Welf Reinhart, Absolvent der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film, gelang ein erstaunlich leichtfüßiges tragikomisches Kammerspiel über Alzheimer.

Plötzlich steht Kurt (Harald Krassnitzer) bei Hanne (Dagmar Manzel) vor der Tür und setzt sich ganz selbstverständlich an den Küchentisch. Er leidet an der Demenz-Erkrankung, lief aus der Kurzzeitpflege weg und kann sich nicht mehr erinnern, dass er seit 30 Jahre von Hanne geschieden ist. Die Kunstlehrerin ist mittlerweile mit Bernd (August Zirner) verheiratet.

Nach anfänglicher Abwehr wird daraus eine Ménage-à-trois mit filmhistorischen Zitaten aus dem Truffaut-Klassiker „Jules et Jim“. Der lakonische Humor und das genaue Beobachten sind eine Stärke des Films.

Die bittere, sehr brutale Realität, die Alzheimer vor allem im fortgeschrittenen Stadium für die Betroffenen und Angehörigen, bedeutet, sickert erst nach und nach ein. Wortkarger und trister wird die Atmosphäre bis zur Auflösung des ungewöhnlichen Arrangements.

Die arte/BR-Coproduktion „Der verlorene Mann“ startete am 7. Mai 2026 in den deutschen Kinos.

Bild: © 2026, Maverick Film, Merki und Reinhart Film, BR und Filmwelt

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