Das Konzept klingt vielversprechend: Jules Head, nonbinärer WORX-Stipendiat am BE neben Marie Schlesinger, nahm sich vor, Franz Kafkas berühmtes Roman-Fragment aus Trans-Perspektive zu erzählen. Wie Landvermesser K. sich einer undurchdringlichen Bürokratie gegenübersieht und sich seiner Identität nach diversen Zermürbungstaktiken selbst nicht mehr sicher ist, so kämpfen sich auch nonbinäre und Trans-Personen durch einen Wust an Anträgen. Durch das Selbstbestimmungsgesetz der Ampel wurde dies etwas einfacher.
Gemeinsam mit der britischen Autor:in Georgia Bruce und den Trans-Spieler*innen Lukas von Horbatschwsky und Emma Zeisberger nahm sich Head diese Klassiker-Untersuchung vor. Die knapp 100 Minuten kommen aber kaum über eine witzig gemachte Nacherzählung der Best-of-Passagen des Romans hinaus.

Den stärksten Akzent setzt Head mit kleinen choreographischen Einsprengseln und leitmotivisch wiederkehrenden Bocksprüngen, die Erinnerungen an den Schulsport wecken und der K.-Darsteller Horbatschewsky regelmäßig durchexerzieren muss. Bis zum finalen Schneesturm aus Papierakten gelingen die Querverbindungen zwischen Transgender und der Romanvorlage nur in Andeutungen.
„Das Schloss“ hatte am 25. Februar 2026 im Werkraum des Berliner Ensembles Premiere.
Bilder: Gianmarco Bresadola