Die drei Tage des Condor

Mehr als 50 Jahre nach dem Start kommt ein Klassiker des Post-Watergate-New Hollywood noch mal in die deutschen Kinos. Der Paranoia-Plot hat auch heute noch seinen Reiz: Joseph Turner, der als Analyst in einer als „American Literary Historical Society“ getarnten Außenstelle der CIA in New York arbeitet, kommt aus der Mittagspause zurück, als er feststellt, dass all seine Kolleginnen und Kollegen niedergemetzelt werden.

Die knapp zwei Stunden drehen sich mit zahlreichen überraschenden Wendungen darum, wer dahinter steckt und wem dieser von Robert Redford gespielte Bücherwurm noch trauen kann. Immerhin wird schnell klar: der Anschlag geht auf das Konto der eigenen Leute, zumindest Teile der CIA stecken dahinter.

Unfreiwillig komisch wirkt die Romanze mit Kathy Hale (Faye Dunaway), die Joseph als Geisel nimmt und bei der er für einige Tage untertaucht. Hier wirkt der Film von Sydney Pollack, der auf dem kurz zuvor erschienen Roman “ Die sechs Tage des Condor“ von James Grady basiert, zu sehr aus der Zeit gefallen.

Im vom Watergate-Skandal aufgewühlten Amerika der 1970er traf „Die drei Tage des Condor“ einen Nerv und wurde einer der Kassenhits von New Hollywood. Die ganz großen Trophäen räumte er allerdings nicht ab, dafür war er wohl zu düster und pessimistisch: 1976 gab es nur je eine Oscar-Nominierung (für den Filmschnitt) und eine Golden Globe-Nominierung (für Faye Dunaway als beste Darstellerin), immerhin durfte sich Pollack über einen „Special David“ bei der Verleihung des italienischen Filmpreises freuen.

Im öffentlich-rechtlichen TV ist der Klassiker recht häufig zu sehen, seit 5. Mai 2026 läuft er auch noch mal im Kino.

Bild: Studiocanal GmbH Filmverleih

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