Bookpink: New Arrivals

Skurriles Federvieh bevölkert die Stücke von Caren Jeß. Mit „Bookpink“ wurde sie 2019 bekannt, uraufgeführt in Graz unter der Intendanz von Iris Laufenberg. Auch nach dem Wechsel ans Deutsche Theater Berlin hält Laufenberg der Autorin die Treue: 2024 war sie zu einem ATT-Schreib-Atelier eingeladen, die Fortsetzung „Bookpink: New Arrivals“ entstand und wurde am 19. April 2026 in der Kammer des Deutschen Theaters Berlin uraufgeführt.

Einen roten Faden, der die Miniaturen verbindet, gibt es nicht: es sind drei für sich stehende hingetupfte Dramolette, die das autoritäre Denken der Neuen Rechten (Nr. 1), genderfluiden, sexpositiven Feminismus (Nr. 2) oder Einsamkeit und Tod (Nr. 3) antippen. Die drei Ensemble-Spieler*innen Daria von Loewenich, Bernd Moss und Natali Seelig teilen sich die Rollen auf quietschbunter Bühne von Kathrin Frosch.

Jorinde Dröse inszeniert die drei kleinen Stücke flott hintereinander weg, am stärksten hallt der letzte Teil nach, untermalt von melancholischer Musik und bitterböser Pointe. Unfertiger wirken die anderen beiden anderen Teile, enden sehr unvermittelt im Ungefähren. 

Schon wenige Tage nach der Premiere ist der Saal nur noch zu 2/3 gefüllt. Wer sich auf die „Bookpink“-Fortsetzung einlässt, bekommt kauzige Mini-Dramen und eine ohne dramaturgischen Zusammenhang eingestreute Mitmach-Theater-Nummer geboten: nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bild: Jasmin Schuller

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