Sehr elegisch erzählt Oliver Hermanus die unerfüllte Liebesgeschichte von Lionel (Paul Mescal) und Davod (Josh O´Connor). Die beiden lernen sich in einer Bar kennen, kurz bevor David zum Ersten Weltkrieg eingezogen wird, beide verbindet die Liebe zu traditionellen Folk Songs. Sie landen in der ersten Nacht im Bett und ziehen einen kurzen, glücklichen Winter lang gemeinsam durch die Provinz an der US-Ostküste, um weitere Songs aufzuspüren.
Was vielversprechend beginnt, plätschert zunehmend betulicher dahin. Der Kontakt bricht ab, Lionel hängt jedoch weiter der Sehnsucht nach der verpassten Chance nach. Schmerzliche Wahrheiten erfährt er, als er nach den Spuren des vermissten Geliebten fahndet. Jahrzehnte später taucht er noch einmal in die Erinnerung, als er als alter Mann eine Kiste aus dem Nachlass zugeschickt bekommt.
Mit dieser Szene beginnt auch die Kurzgeschichte „The History of Sound“ von Ben Shattuck. In seiner Drehbuch-Fassung für diesen Kinofilm verzichtete er auf die verschachteltere, raffiniertere Konstruktion und erzählt den Stoff ganz chronologisch.
Sehenswert ist „The History of Sound“ vor allem wegen der tollen Songs, die den Film durchziehen. Enttäuschend ist, dass zwischen den beiden Stars keine Leidenschaft zu spüren ist. Das Melodram bleibt in den 126 Minuten zäh, die Anziehung zwischen Lionel und David bleibt mehr Behauptung.
Seine Premiere hatte „The History of Sound“ im Wettbewerb von Cannes im Mai 2025, ging bei der starken Konkurrenz um die Palmen jedoch leer aus. Nach weiteren Festival-Einladungen (z.B. Hamburg, London, Wien) startete der Film am 9. April 2026 in den deutschen Kinos.
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