Fearful Symmetries

Vom Aufeinanderprall zweier Welten lebt die Saison-Ausklang-Premiere des Staatsballetts Berlin:

Der erste Teil gehört dem Meister der Neoklassik. Vor der für Georges Balanchine typischen blauen Wand zelebrieren vier Paare ihre Pas de deux, untermalt in den Pausen und im Hintergrund vom weiblichen Ensemble im Tutu. Das sieht auch auf der Bühne so aus der Zeit gefallen aus wie es sich hier liest.

Sicher, die Bewegungen sind beeindruckend synchron und Chefdramaturgin Katja Wiegand erklärte gewohnt kenntnisreich und präzise, wie schwierig es selbst für hochkarätige Ensembles ist, den „Symphonie in C“-Klassiker von Balanchine einzustudieren. Dies beginnt schon mit der ungewohnten Zählweise und endet damit, dass die Tänzerinnen stets die ganze Gruppe im Blick haben muss, um die Synchronität nicht zu zerstören.

Dennoch wirkt dieser erste Teil wie ein Ausstellungsstück in einer Vitrine: schön poliert, aber doch recht abgestanden.

Ganz anders geht es wie gesagt nach der Pause bei erfrischend-angenehmen Frühsommer-Temperaturen weiter: der Intendant Christian Spuck nahm sich „Fearful Symmetries“ von John Adams mit ihrem typischen 80er Jahre-Synthesizer-Sound vor. Ein Quartett aus stilisierten Figuren von der Königin bis zum Harlekin tobt in dieser Clownsnummer über die Bühne, die am Ende von lauter kleinen Bällen geflutet wird. 

Für sich genommen wäre das eine sympathische Fingerübung. Im Kontext dieses Doppelabends, wo die Uraufführung auf die gediegene Traditionspflege trifft, entsteht ein witziger Kontrapunkt.

Der Staatsballett-Abend „Fearful Symmetries“ hatte am 30. Mai 2026 in der Staatsoper Unter den Linden Premiere.

Bilder: Carlos Quezada

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