Freier Fall

Schier endlos wand sich die Warteschlange zu „Freier Fall“ am Pfingstwochenende 2013, einem Debüt-Film von Stephan Lacant mit den beiden damaligen Jungstars Hanno Koffler und Max Riemelt als homo-/bisexuelle Polizisten.

Die SWR-Koproduktion hatte zuvor schon bei der Berlinale in der mittlerweile eingestellten Sektion Perspektive Deutsches Kino für Furore gesorgt. Aufregend war damals, wie der Film das heiße Eisen eines Coming-outs in toxisch-männerbündischen Strukturen aufgriff. Explizite Szenen, ein stimmiger dramaturgischer Bogen und genaue Beobachtung der Figuren trugen zu einem beachtlichen Debüt bei.

Per Crowdfunding wurde für Fortsetzungen gesammelt, doch trotz vieler PR-Maßnahmen kam nicht genug Geld zusammen. Nun, 13 Jahre nach der Premiere, unternehmen Lacant und seine Mitstreiter einen neuen Anlauf. Erster Schritt: „Freier Fall“ wurde mit dem Zusatz „Wer du bist“ in neuer Version am gestrigen Abend im Kino International präsentiert, ab nächstem Wochenende online auf der neuen Plattform Q Studios Berlin. Damit sollen die Pläne für Fortsetzungen neuen Schub bekommen.

Doch das Ergebnis hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: der neue Soundtrack treibt den Film voran, doch der Recut wirkt schwächer als das Original. Neu hinzugefügte oder umarrangierte Szenen erreichen nicht die Wirkung des dramaturgischen Spannungsbogens der Ur-Fassung, die Salzgeber damals in die Kinos brachte und die wiederholt im TV lief.

Bilder: Salzgeber

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