Bis zu den Haarspitzen stehen diese drei Personen unter Strom: die Frisuren stehen ihnen zu Berge und sie plappern immer weiter, obwohl sie sich vorgenommen haben, jetzt einfach mal „fünf minuten stille“ zu genießen.
Ein gelungener Sketch ist diese erste Sequenz von Leo Meiers Stück, das 2024 auf der kleinsten Bühne des Münchner Volkstheaters uraufgeführt wurde und nun von Giulia Lancellotti in der Box des Deutschen Theaters Berlin inszeniert wird.
Frieder Langenberger, Katrija Lehmann und Natali Seelig sind im DT-Ensemble auf die temporeich-komödiantischen Rollen abonniert und als rasante Komik-Einlage spielen sie auch die Eröffnung des Abends.
Doch natürlich ist nicht schon nach 15 oder 20 Minuten Schluss. Solange trägt die Grundidee problemlos. Der Abend und die Show müssen weiter gehen: Leo Meier schreibt seine Figuren in eine aberwitzige Farce hinein. Plötzlich fühlen sie sich eingeschlossen und zur Rettung der Welt auserkoren. Der Redestrom darf weiter nicht versiegen, aber neue Ideen gibt es im Rest der 75 Minuten kaum noch.

Als schrill-flotte Farce taugt das kleine Genre-Stück durchaus für die Nebenspielstätte, wo die Regieassistentin Lancellotti ihr Regie-Debüt gab. Die Komik sorgte für Heiterkeit im Publikum, auch wenn die Figuren nur Karikaturen bleiben.
Dass Leo Meier auch subtilere Texte schreiben kann, bewies er mit seiner wunderbar verschrobenen Fußballer-Komödie „zwei herren von Real Madrid“, die bei den Autorentheatertagen 2023 am DT gastierte. Auch bei der aktuellen Festival-Ausgabe im Juni wird wieder ein Meier-Text zu sehen sein: die Dresdner Uraufführung „Auf der Suche nach dem Bagger“.
„fünf minuten stille“ hatte in der Reihe „Debüt in der Box“ am 19. Mai 2026 am Deutschen Theater Berlin Premiere.
Bilder: Jasmin Schuller