Als 15jähriger erlebte der britische Regisseur Georges Jaques mit, wie seine Mutter an Brustkrebs erkrankte und überlebte, erzählte er in einem Interview. Diese Erfahrung war ein Auslöser für den Film „Sunny Dancer“, den er am 13. Februar 2026 zum Auftakt der Sektion „Generation 14 plus“ der Berlinale präsentierte.
Herausfordernd ist die Idee, einen Film über Teenager in einem Ferienlager für Cancer Survivor zu drehen. Allzu leicht droht ein solches Projekt in Sentimentalität zu versinken. Dieser Gefahr erliegt Jaques nicht. Doch ihm passiert das Gegenteil: „Sunny Dancer“ präsentiert lauter schöne, energiegeladene, junge Menschen, die ständig aufgekratzt sind und die Klischees einer Pubertäts-Komödie erleben. Ivy (Bella Ramsey) sperrt sich zunächst in störrischer Fundamental-Opposition gegen alles, verliebt sich dann Hals über Kopf im Camp in Jake (Daniel Quinn-Toye). Tiefpunkt der Klischee-Parade ist die Figur Ella (Ruby Stokes), mit der Ivy ein Zimmer teilt, sie hat 24/7 nichts anderes im Kopf, als möglichst schnell ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, und himmelt einen der Betreuer an.
Krebs wird auf ein paar schwarzhumorige Witzchen und Sprüche reduziert. Über 3/4 des Filmes ist er nur als Behauptung präsent, die wegen der eine kerngesunde Vitalität ausstrahlenden Teenager-Körper völlig unglaubwürdig wirkt. Im letzten Viertel wird die schwere Krankheit für ein Tränendrüsen-Finale instrumentalisiert, das vom Scheitern einer ersten Liebe erzählt.
Der missglückte Film des jungen Regisseurs startete am 13. August 2026 in den deutschen Kinos.
Bild: Colin J Smith – © SUNNY DANCER Distribution Limited