Intergalactic Interruption

Am stärksten sind Muttis Kinder in den stillen Momenten, wenn sich das A cappella Trio nur auf seine Stimmen verlässt. Die sprichwörtliche Stecknadel könnte man in den ersten Minuten der voll besetzten Bar jeder Vernunft fallen hören, als Claudia Graue, Marcus Melzwig und Christopher Nell ihr Intro anstimmen.

Wie gekonnt sie die Originale verfremden, zeigt gleich zum Auftakt „Immerfort“. Es erklingt hier mit Jodlern und einem Muhen von Melzwig. Ohne den typischen Einheitsbrei-Sound vieler Herbert Grönemeyer-Songs bekommt der Song eine ungewohnte Frische. Erst als heftiger Herbstregen auf das Zeltdach prasselt, löst sich die fast andächtige Stille.

Ihrem Remix unterzieht das Trio, das sich vor mehr als 20 Jahren während des Schauspielstudiums in Rostock kennnlernte und mittlerweile Stammgast in der Bar jeder Vernunft ist, viele große Namen des Pops von den Bee Gees bis Beyoncé. Ein besonderer Fokus liegt diesmal auf der Neuen Deutschen Welle und dem Italo-Schlager-Pop. In den Konzert-Genuss mischen sich häufig Comedy-Elemente. Mit slapstickhaften Bewegungen untermalt das Trio einige Songs. Oft wirken diese Miniaturen aufgesetzt. Viel stärker sind ihre Arrangements, wenn sie ganz bei sich und der Musik bleiben.

Am 9. Oktober 2026 hatte „Intergalactic Interruption“ in der Bar jeder Vernunft Premiere und ist dort noch bis 20. Oktober zu erleben. Im Januar 2027 sind weitere Konzerte im Schwester-Zelt Tipi am Kanzleramt geplant.

Bild: Barbara Braun/Bar jeder Vernunft

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